E-Mobility – Die Zukunft der Mobilität?

Die Zeiten sind herausfordernd. Durch den Klimawandel und das abzusehende Ende der Ölreserven müssen neue Lösungen für Mobilität und Verkehr her. Neben ingenieurstechnischen Lösungen, CO2 langfristig aus der Atmosphäre zu binden, müssen ebenfalls Ansätze gefunden werden, den zukünftigen CO2-Ausstoss zu mindern. Ein grosser Faktor ist der Ausstoss durch Verbrennungsmotoren. Ein mit Benzin betriebenes Auto produziert 185 Gramm CO2 pro Kilometer. Der Diesel ist ein wenig besser mit 183 Gramm CO2 pro Kilometer.Doch kann man nun das Fahrzeug durch Elektrizität betreiben, dann würde bei dem derzeitigen europäischen Energiemix der Ausstoss auf 96 Gramm CO2 pro Kilometer sinken. Der Ausstoss ist dann nämlich nur noch auf die Herstellung des Fahrzeuges und die Herstellung des Kraftstoffs bezogen. Doch wollen wir uns im Folgenden einmal die heutige Situation genauer anschauen.

E-Mobility heute: Öffentlicher Verkehr

SBB: E-mobilty heute
SBB: Vorreiter der E-Mobility in der Schweiz mit 100% Wasserstrom


Schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts fahren die Eisenbahnen in Europa grösstenteils elektrisch. In der Schweiz gibt es ein flächendeckendes Netz aus Stromschienen und Oberleitungen, sodass man als Privatperson bereits oft die Möglichkeit hat, klimaneutral zu fahren. Der gesamte Strombedarf der SBB wird ausserdem zu 100 % aus Wasserkraft gewonnen.

E-Mobility bei zweirädrigen Fahrzeugen

hoverboard: Fun-E-Mobility
Hoverboard: Fun mit E-Mobility

Und auch bei zweirädrigen Fahrzeugen gibt es diverse Anstrengungen, elektrisch betriebene Fahrräder oder Motorroller zu produzieren. Und es wird von den Kunden sehr rege genutzt. Seit dem Jahr 2010 kommt es zu einem stetigen Zuwachs von elektrischen Fahrrädern (E-Bikes), auch Pedelecs genannt. Das schweizerische Recht unterscheidet zwei Varianten: Fahrräder mit Unterstützungsmotor und rein elektrisch angetriebene Fahrräder. In beiden Fällen darf nur eine Geschwindigkeit von 25 km/h unterstützt werden. Die bauartbedingte Leistung darf 600 Watt nicht überschreiten. Vor allem in Städten kann man auch elektrische Tretroller beobachten. Sie werden zum Beispiel von Firmen wie Uber, Lime oder Tier minuten- oder kilometerweise vermietet. Das macht es den städtischen Einwohnern sehr leicht, schnell und flexibel kleinere Strecken bei gutem Wetter innerhalb des städtischen Verkehrs zu bewältigen. Der geliehene Roller kann dann einfach dort abgestellt werden, wo man die Tour beenden möchte. Der nächste Kunde muss den E-Roller dann dort aufnehmen. Auch im Fun-Bereich gibt es immer mehr elektrisch betriebene Rollgeräte. So haben in den letzten Jahren das sogenannte Hoverboard, welches mit Gleichgewichtsverschiebung gesteuert werden kann, einen regelrechten Hype ausgelöst.

E-Mobility bei vierrädrigen Fahrzeugen

E-Car Schweiz
Auch in der Schweiz ein grosser Trend: Elektrisch betriebene Autos

Bei vierrädrigen Fahrzeugen sieht es ein wenig anders aus. Im Wesentlichen werden zwei Konzepte umgesetzt. Rein elektrische Fahrzeuge werden schon seit längerem angeboten, über zwei Millionen Fahrzeuge sind bereits im Verkehr. Die zweite Variante ist das elektrisch unterstütze Fahrzeug, auch Range Extender oder Hybrid genannt. Sie sind ungefähr seit 1997 mit dem Toyota Prius verfügbar und sind mittlerweile als Sonderversion der meisten Fahrzeuge verfügbar.Bei Lastkraftwagen kann man den elektrischen Tesla Semi erwähnen, der bereits vor einigen Jahren vorgestellt wurde, aber noch nicht als Serienversion verfügbar ist. Auch elektrisch betriebene Trailer-Achsen werden mittlerweile von zum Beispiel dem Zulieferer ZF Friedrichshafen gebaut. Sie sollen eine bessere Traktion gewährleisten und die rekuperierte Bremsenergie später als Antriebskraft zur Verfügung stellen.


Wie wird die Entwicklung weitergehen?

Der Trend hin zur E-Mobility wird wohl anhalten. Firmen wie Tesla werden an der Börse bewertet wie die gesamte “Old Automotive Economy”, sprich ist ein Vielfaches mehr wert als Toyota, Volkswagen, Mercedes und BMW zusammen.Und auch politisch ist die E-Mobility gewünscht und wird an vielen Stellen gefördert.An Autobahnen und in den Grossstädten entsteht aktuell eine Ladeinfrastruktur, die das Wiederaufladen in der Nacht und während des Stillstandes ermöglichen soll.Der wichtigste Knackpunkt bleibt aber wohl die Reichweite. Sie liegt mit einer Ladung meist zwischen 400 und 600 Kilometern und wäre also noch nicht ausreichend für den Familienurlaub. Und ausserdem ist die Batterieherstellung nicht klimafreundlich, sodass Tesla bereits auf ihrem letzten Battery Day den Satz geprägt hat: “New batteries come from old batteries“. Es wird daran gearbeitet, die Reichweite auf über 1000 Kilometer zu erweitern, Tesla hat dies schon für seine neuen Modelle angekündigt. Ausserdem arbeiten die Forschung und Wissenschaft an neuen Recycling-Verfahren, um alte Batterien wiederzuverwerten und für neue Batterien zu verwenden.

e-mobility drohne
In Zukunft werden Drohnen beispielsweise Pakete ausliefern.

Und auch andere Bereiche werden wohl in Zukunft elektrifiziert. So gibt es viele Startups, die sich mit dem Thema Flugtaxis beschäftigen. Firmen wie Ehang und Lilium bauen vollkommen elektrische Helikopter. Sie werden vor allem dafür angedacht, Staus in und um Grossstädte zu vermeiden und vor allem der Oberschicht eine trendige Alternative zu den Oberklasse-Fahrzeugen zu geben. Und die Rechnung scheint aufzugehen. Ehang konnte bereits erste Tests machen und auch europäische Prüfbehörden waren sichtlich beeindruckt von dem chinesischen Unternehmen.Auch städtische Busse sind bereits in vielen Städten grün. Firmen wie Evobus oder MAN bieten vor allem für kurze Strecken Busse an, die an Haltestellen via Pantagrpah geladen werden können. Das funktioniert so gut, dass die Busse mittlerweile ohne Unterbrechung einen ganzen Tag fahren können.

E-Mobility im Nutzfahrzeug-Segment

Elektro Lastwagen Schweiz
Nutzfahrzeuge / Lastwagen: In Zukunft auch elektrisch?

Im Nutzfahrzeug-Segment sieht das anders aus. Es gibt zwar ein kleines Segment mit elektrischen Lkws für zum Beispiel Müllfahrzeuge, die nur kurze Strecken fahren und viele Start-Stop-Manöver fahren. Allerdings ist das Bild für die Langstrecke schwieriger. Es gibt zwei Trends, der sich bei Startups abzeichnet. Firmen wie Tesla wollen einen rein elektrischen Langstrecken-Lkw möglich machen mit dem Tesla Semi. Auf der anderen Seite scheint die Brennstoffzelle wahrscheinlicher. Firmen wie Nikola, die kürzlich einen kleinen Börsencrash erlitten haben, arbeiten an einer Lösung. Und haben bereits Partner wie Iveco für die Produktion oder Plug Power für das Ladenetz und auf der anderen Seite Kunden wie GM, mit denen Verträge ausgearbeitet werden.

E-Mobility in der Zukunft

Autonomes Auto Vision
Autonome E-Cars: Ist das die Zukunft der Mobiltät?

Was wird uns also in zwanzig Jahren erwarten? Es wird sich definitiv vieles ändern müssen, wenn wir den Klimawandel verhindern wollen. E-Mobilität löst per se nicht das Problem, aber verlagert es. Man kann Energie für die Autofahrt zum Beispiel zwischenspeichern und zentral an anderer Stelle wie zum Beispiel auf dem Hausdach mittels Photovoltaik selber erzeugen.Es wird in der Grossstadt ein Mix aus elektrischen Robotaxis, elektrischen Flugtaxis, dem elektrischen Nahverkehr und vielleicht noch anderen Transportmitteln wie dem Tunnelsystem a la “The Boring Company” von Elon Musk geben. Und vor allem die Logistik der Postunternehmen könnte in Zukunft mit Drohnen oder anderen unbemannten, selbstfahrenden Flugzeugen oder Fahrzeugen abgewickelt werden. Amazon hat gar die Vision eines Luftschiffes, welches als zentrales Lager über der Stadt schwebt. Von dort werden dann Drohnen ausgesandt, die die einzelnen Haushalte beliefern. Doch dies bleibt wohl vorerst bei der Vision, auch wenn die Methodik bereits patentiert wurde.

Auswirkungen der Pandemie auf die Ärmsten

Überall dort, wo etwas Negatives passiert, die Menschen Haus und Hof verlieren oder wie jetzt gerade unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie leiden, gibt es Gewinner und Verlierer. Viele Wirtschaftszweige wie Gastronomie und Hotels leiden darunter, um nur einige zu nennen. Millionen Menschen haben ihr Leben durch Corona verloren und ebenso viele sind arbeitslos geworden oder auf Kurzarbeit. Vom Leid der betroffenen Menschen einmal ganz abgesehen.Zieht man jedoch einmal länderübergreifend Bilanz und schwenkt den Blick in Richtung Asien und Afrika, so hat es die reiche Schweiz noch relativ schwach von den negativen Auswirkungen getroffen. Was aber passiert fernab des industrialisierten Westens, in den ärmsten Ländern der Welt?

Corona Asien

Corona-Krise trifft die Ärmsten der Armen

Hauptsächlich in den ärmsten Ländern werden dramatische Auswirkungen für die dort lebenden Menschen hautnah spürbar. Hinzu kommt, dass die Massnahmen sehr stark von Land zu Land schwanken, daher sind pauschale Lösungen kaum sinnvoll. Schon bevor die Pandemie weltweit ihren Lauf nahm, war die Situation in den armen Ländern schon mehr als alarmierend. Ende 2019 waren knapp 700 Millionen Menschen unterernährt. Daher sind diese Länder nicht nur von der Corona-Krise betroffen, sondern mit einer Vielzahl von Problemen belastet.Neben der Pandemie leiden diese Länder noch an Dürre, Heuschreckenplagen, Kriegen und Überschwemmungen. Zu allem Überfluss wirkt Covid-19 hier noch als Brandbeschleuniger, da durch Corona die Hungersituation noch verstärkt wird. In Ländern wie Iran und dem Südsudan führen die gesunkenen Ölpreise dazu, dass Staatsbedienstete nicht mehr bezahlt werden und somit auch staatliche Serviceleistungen auf der Strecke bleiben. Dazu gehört hauptsächlich die Eindämmung der Pandemie mit Mundschutzmasken, Corona-Tests und vor allem Impfserum, der in den ärmsten Ländern immer noch an jeder Ecke fehlt. Es ist aber nicht nur der Impfstoff, es fehlen auch Fachpersonal und Ärzte.

Mädchen Asien Maske

Die Folgen sind schon klar erkennbar

Nahrungsmittel sind dort nicht nur knapp, die wenigen Nahrungsmittel, die zur Verfügung stehen, werden auch ständig teurer und für viele dort lebende Menschen kaum oder nicht mehr bezahlbar. Ein Grund dafür sind auch die unterbrochenen Lieferketten für Nahrungsmittel. Wasser und Lebensmittel kommen häufig nur erschwert über Land in die Städte. Manche versickern auch in dunkle Kanäle.Aus diesem Grund greifen die Menschen dort vermehrt zu Lebensmitteln, die zwar sättigen, aber nicht über die nötigen Mikronährstoffe und Vitamine verfügen. Spurenelemente und Mineralien fehlen, Dinge die Kinder vor allem dort dringend benötigen. Der ständige Hunger kann zu Entwicklungsstörungen sowie geistigen und körperlichen Einschränkungen führen. Alleine im Irak sind davon bereits über fünf Millionen Menschen betroffen.

Mit Zeichentrickfilmen gegen Corona

Covid Hygiene Afrika

Um die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Schwächsten im Lande abzumildern, muss besser heute als morgen dafür gesorgt werden, dass sich die Pandemie wirksam abschwächt. Daher klärt die Welthungerhilfe zum Beispiel mit Comics über Hygienemassnahmen auf. Diese Zeichentrickfilme helfen, die nötigen Informationen gerade für Analphabeten positiv zu veranschaulichen und bringen so auch den Kindern leichter bei, was Hygiene bedeutet und wie wichtig sie ist. Blumige Worte alleine helfen nicht weiter, daher werden zusätzlich Masken, Seife und Hygienekits verteilt, was aber bei Weitem nicht ausreicht. Weiterhin leistet die Welthungerhilfe Nothilfe durch Nahrungsmittelverteilungen und Cashtransfers. Nicht immer ist der Krankheitsverlauf von Corona tödlich. Nur kann sich kein Mensch davon erholen, wenn er schon vorher unterernährt ist, dann hilft die Impfung alleine auch nicht.

Wie gestaltet sich die Corona-Krise in der Schweiz?

Die Impfdosen werden in der Schweiz entsprechend der Bevölkerungsdichte proportional zwischen den Kantonen verteilt. Das betrifft auch besonders gefährdete Personen. Für die Verteilung sorgt ein Verteilerschlüssel. Erarbeitet wurde dieser Schlüssel von der Zürcher Hochschule und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Die Kantone und Bund sind bei der Covid-19-Bewältigung verflochten. Hier bedarf es einer koordinierten Einschätzung sowie einer Abstimmung der Massnahmen. Ziel ist es, die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung zu schützen sowie die Verbreitung und Auswirkung des Ausbruchs durch Corona nach Möglichkeit zu minimieren.

Zug SBB Schweiz Maske

Wird die Covid-19-Pandemie die Schweizer Wirtschaft verändern?

Aus der Tradition heraus würde das Schweizer Wirtschaftsjahr wie immer am Jahresanfang sehr gut starten, mit dem World Economic Forum (WEF) in Davos. In diesem Jahr 2021 wird der wirtschaftliche Glanz ein wenig verblassen. In diesem Jahr hat sich das WEF entschieden, ihren Jahreskongress in Singapur abzuhalten. Der Schweizer Wirtschaft gehen schon alleine damit Millionen von Franken verloren. Das gilt auch für die Uhrenindustrie einer Branche, die von der Pandemie am meisten betroffen ist. Durch Corona sind die Exporte an Schweizer Uhren um fast ein Viertel eingebrochen. Hierbei handelt es sich um den grössten Rückgang innerhalb eines Jahres seit dem Ende des 2. Weltkrieges. Vor einer ungewissen Zukunft steht auch die Exportbranche mit immerhin 320’000 Arbeitsplätzen. Hier sind die Werkzeugmaschinen-Hersteller für die Luft – Uhren, Raumfahrt und der Autoindustrie stark von der Corona-Pandemie betroffen.

Wie wirkt sich die Kluft zwischen Arm und Reich aus?

Besonders beängstigend wirkt sich die Corona-Krise für Menschen, aus, denen es schon vor der Krise finanziell nicht besonders gut ging. Jetzt aber kommt das ganze Ausmass der schwächeren Bevölkerung im Bereich Wirtschaft, Gesundheit –und Finanzsysteme ans Tageslicht. Diese führen zu einer weiteren verschärften Situation in der globalen Ungleichheit. Schon jetzt müssen wir für künftige Krisen vorsorgen, um einer immer ungleich werdenden Welt wirksam entgegenzutreten. Die Corvid-19-Hilfen müssen so eingesetzt werden, dass dabei ein gerechter und nachhaltiger Wandel resultiert. Ansonsten driftet die Kluft zwischen Arm und Reich weiter auseinander.

Wird sich die Wirtschaft von der Corona-Krise wieder erholen?

Mit unterschiedlichem Tempo erholt sich die Wirtschaft von den angerichteten Schäden der Corona-Pandemie. Dazu fand von der OECD eine Untersuchung statt. Der chinesische Containerhafen Qinzhou verbuchte bis Ende 2020 ein Umsatzplus von 30 Prozent. In Europa geht man davon aus, dass wir noch mindestens 5 bis 12 Monate brauchen, um hier wieder Anschluss zu finden.Allerdings sind bei Weitem nicht alle Länder und Regionen von einer negativen Auswirkung der Pandemie betroffen. Daher wird auch die Erholungsphase unterschiedlich ausfallen. Es gibt zu erwartende Gewinner, aber auch Verlierer nach der Krise. Das betrifft langfristig mit Sicherheit die Reisebranche mit Fern- und Pauschalreisen. Es bedarf mit Sicherheit einer längeren Pause, bis das Misstrauen in verschiedenen Ländern verschwunden ist. Davon betroffen ist automatisch auch der Flugverkehr und die Kreuzfahrtschiffe. Negativ wird sich die Zukunft auch auf die Einzelhändler auswirken, da „Online“ der absolute Senkrechtstarter in der Krise ist und sicherlich auch bleibt.

Globalisierung 2021 – Ein Ausblick


Gibt es ein Thema, welches so kontrovers und intensiv diskutiert wird wie die Globalisierung. Die Globalisierung ist ein weltweites Phänomen. Sie beschäftigt sämtliche Länder und tangiert deshalb das Leben aller Menschen. Die einen verbinden mit der Globalisierung viele Vorteile. So wird von den Vertretern der Globalisierung hervorgebracht, dass sie ein wirtschaftliches Wachstum und beispielsweise eine Annäherung der Kulturen mit sich bringt. Die Gegner der Globalisierung bringen vor allem hervor, dass sie die Kluft zwischen „Arm und Reich“ weiter verstärken würde. Dies habe schliesslich eine Dominanz und Ausbeutung durch die ökonomisch stark aufgestellten Staaten zur Folge. Vor diesem Zwiespalt gilt es sich daher näher mit der Globalisierung auseinanderzusetzen.

Globalisierung: Internationale Vernetzung birgt auch Risiken

Was ist Globalisierung?

Ganz allgemein verstanden versteht man unter der Globalisierung das Zusammenwachsen und verstärkte Zusammenwirken von verschiedenen Regionen und Ländern. Bereits der Begriff global verdeutlicht, dass die gesamte Erde von ihr betroffen ist. Globalisierung im engeren Sinne bedeutet daher, dass die Menschen verschiedener Länder und Regionen miteinander handeln und sich gegenseitig austauschen. Die Globalisierung muss daher als ein Prozess verstanden werden. Dieser Prozess wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst.

Seit wann spricht man von Globalisierung?

Entstanden ist der Begriff der Globalisierung ab Mitte des 20. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit stieg der weltweite Warenhandel erheblich an. Vor allem nach dem Jahre 1990 wurde der Begriff Teil des allgemeinen Sprachgebrauchs. Damals wurde er verstanden als ein Zusammenwachsen der Welt durch ein verstärktes Aufkommen weltweiter Beziehungen zwischen Institutionen, Gesellschaften, Menschen und Ländern. Hintergrund hiervon war unter anderem die Entwicklung der neuen Medien. Hierzu zählen zu dieser Zeit unter anderem das Mobiltelefon und das Internet. Ein weiterer Auslöser für den verstärkten Handel war der Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahre 1991.

Was sind die Vorteile der Globalisierung

Die Befürworter der Globalisierung sprechen ihr sehr viele Vorteile zu. Zunächst kommt es durch die Globalisierung zu einem internationalen Handel und einer globalen Zusammenarbeit. Hierdurch können zahlreiche neue Arbeitsplätze auf der Welt geschaffen werden. Dadurch ausgelöst soll es zu einer Verteilung des Wohlstands unter den beteiligten Ländern kommen. Dies wiederum soll zur Folge haben, dass die Weltwirtschaft kontinuierlich und stetig wächst. Gleichzeitig sollen von zukünftigen Innovationen und Techniken alle profitieren, da sie allen zugänglich gemacht werden. Durch die weltweite Verteilung von Gütern soll es ein sehr grosses Güterangebot geben. Zugleich soll es durch den globalen Wettbewerb auch zu sinkenden Preisen kommen. Hiervon sollen in erster Linie die Bürger profitieren. Durch diese ganzen Vorgänge wachsen schliesslich die unterschiedlichen Kulturen zusammen. Von diesen ganzen Vorteilen profitieren am stärksten die Industriestaaten. Dementsprechend profitiert beispielsweise Deutschland am stärksten von der Globalisierung. Dieser Umstand führt gleichzeitig zu den Nachteilen der Globalisierung.

Was sind die Nachteile der Globalisierung

Kritiker der Globalisierung bringen folgende Argumente gegen die Globalisierung hervor. So soll die Globalisierung zu einer ungleichen Machtverteilung führen. Gerade die entwickelten Industriestaaten sollen ärmere Länder ausbeuten. Hierdurch kommt es zu einer Belastung der Umwelt in den niedriger entwickelten Staaten. Zeitgleich kommt es zu einer Ausbeutung von Arbeitskräften. Dieses Problem stellt sich gerade in Billiglohnländern. So verlagern grosse Firmen ihre Produktionsstandorte in Länder, in denen die sozialen Standards nicht so hoch sind. Dementsprechend müssen sie hier weniger Lohn an ihre Arbeitskräfte zahlen. Durch diese Faktoren soll es schliesslich zu einer ungerechten Verteilung des weltweiten Wohlstands kommen. Zugleich soll die Kluft zwischen armen und reichen Menschen vergrössert werden. Auch zwischen den Konzernen entsteht ein weltweiter Konkurrenzkampf, der ebenfalls zu einer Ausbeutung von Arbeitskräften führen kann. Ein weiterer entscheidender Nachteil der Globalisierung ist die Abhängigkeit von anderen Ländern. Dieser Nachteil zeigt sich gerade bei globalen Katastrophen. Dementsprechend zählen zu den Verlierern der Globalisierung vor allem die Schwellenländer und generell ärmere Länder.

Umweltzerstörung: Einer der Nachteile der Globalisierung

Weshalb demonstrieren Globalisierungsgegner am WEF?

Diese Nachteile der Globalisierung äussern sich immer wieder in grossen Demonstrationen. Eine grosse Demonstration fand vor kurzem beim Weltwirtschaftsforum in der Schweiz statt. Die Demonstranten wendeten sich vor allem gegen den Kapitalismus. So wollten sie zeigen, dass der Kapitalismus gerade nicht unendliche positive Möglichkeiten bietet. Vielmehr führe der Kapitalismus nur zu Unterdrückung und Krisen. Die Demonstranten wenden sich damit auch gegen die Globalisierung und sehen verstärkt die Nachteile der Globalisierung. Diese Argumente wollen sie in der Öffentlichkeit kundtun.

Auswirkungen der Globalisierung während der Coronakrise

Gerade während der Coronakrise zeigt die Globalisierung ihre Schwächen. Die Produktionsstandorte für ein Produkt sind mittlerweile weltweit verteilt. In den wenigsten Ländern wird der gesamte Arbeitsvorgang für die Herstellung eines Produktes betrieben. Vielmehr werden einzelne Materialien in verschiedenen Ländern produziert. Wiederum in anderen Ländern werden diese Teile von Arbeitskräften zusammengesetzt. Erst anschliessend wird das Produkt in das jeweilige Land transportiert, in welchem es verkauft werden soll. Brechen nun hiervon nur einzelnen Lieferketten oder Arbeitsschritte weg, kann das Produkt nicht verkauft werden. In der Coronakrise kam es daher zu knappen Gütern und zu knappen Medikamenten. Beispielsweise bestand am Anfang der Coronakrise ein weltweiter Mangel an geeigneten Masken. Durch diesen Umstand verstärkt sich ausserdem die Abhängigkeit von einzelnen Staaten. Dies kann zu erheblichen Nachteilen für andere Staaten führen.

Wie wird sich die Globalisierung in den nächsten Jahren weiterentwickeln?

Die Globalisierung wird auch in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Zu diesem Ergebnis kommen zahlreiche Studien. Vereinzelt sehen Studien jedoch auch eine immer grössere Abschottung einzelner Länder. Allerdings hat ein solcher Vorgang für das betreffende Land häufig grosse Nachteile. Aus diesem Grund werden immer mehr Handelsabkommen geschlossen (aktuelles Beispiel China). Die Globalisierung wird daher in den nächsten Jahren weiter zunehmen.